GENF, SCHWEIZ / EuroWire / — Die UN-Handels- und Entwicklungsorganisation (UNCTAD) prognostiziert für 2026 ein verlangsamtes globales Wirtschaftswachstum. Höhere Energiepreise, Transportstörungen, Volatilität der Finanzmärkte und restriktivere Finanzierungsbedingungen belasten Handel, Investitionen und Nachfrage. Die Organisation erwartet in ihrer jüngsten Bewertung der Handels- und Entwicklungsbedingungen ein globales Wachstum von 2,6 % im Jahr 2026, nach 2,9 % im Jahr 2025.

Die Prognose markiert eine Verschlechterung gegenüber dem stärkeren Jahresbeginn, als die globale Wirtschaftstätigkeit durch einen robusten Handel, die Industrieproduktion in Entwicklungsländern und Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz gestützt wurde. Laut Bericht hat sich die Dynamik seit der Verschärfung der geopolitischen Spannungen Ende Februar abgeschwächt, was sich auf die Energiemärkte, die Finanzbedingungen und wichtige Schifffahrtsrouten, darunter die Straße von Hormus, auswirkte.
Die Konjunkturabschwächung dürfte sich in den verschiedenen Volkswirtschaften unterschiedlich auswirken. Entwicklungsländer sehen sich mit höheren Importkosten für Treibstoff, Nahrungsmittel und Düngemittel konfrontiert, hinzu kommen Währungsdruck, eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland und eine schwächere Investorenstimmung. Laut der Analyse sind diese Belastungen besonders relevant für Volkswirtschaften mit einer hohen Abhängigkeit von importierten Gütern des täglichen Bedarfs und begrenztem fiskalischem Spielraum.
Die Handelsdynamik schwächt sich ab.
Der Welthandel mit Waren blieb bis Anfang 2026 relativ robust, doch laut Bericht konzentrierte sich das Wachstum auf Güter im Bereich der künstlichen Intelligenz, darunter Halbleiter, Server und Datenverarbeitungsanlagen. Außerhalb dieser Sektoren fiel die Handelsausweitung in traditionellen Branchen und rohstoffbezogenen Segmenten geringer aus, was auf eine schmalere Basis für die Erholung des Welthandels hindeutet.
Die UNCTAD prognostizierte, dass sich das Wachstum des realen Welthandels von 4,7 % im Jahr 2025 auf 1,5 % bis 2,5 % im Jahr 2026 verlangsamen würde. Laut Bericht haben Schifffahrtsstörungen, höhere Versicherungskosten und Risikoprämien den Seefrachtverkehr, insbesondere bei Energietransporten, beeinträchtigt, während Unsicherheit die Lieferketten und Investitionsentscheidungen in verschiedenen Sektoren belastet hat.
Die Risiken im Lebensmittel- und Finanzsektor nehmen zu.
Der Bericht identifizierte zudem die Ernährungssicherheit als ein zunehmendes Problem der Finanzstabilität. Höhere Energiekosten haben in vielen Entwicklungsländern den Druck auf die Düngemittelpreise und die Lebensmittelinflation erhöht, während verschärfte Finanzierungsbedingungen Schwachstellen in den globalen Lebensmittelhandelssystemen offengelegt haben. Regierungen, die bereits mit höheren Schuldendienstkosten konfrontiert sind, verfügen über weniger Budgetspielraum, um neue Preisschocks aufzufangen.
Die Agentur erklärte, erneuerbare Energien und Schlüsseltechnologien seien von zentraler Bedeutung, um die Abhängigkeit von den Preisschwankungen fossiler Brennstoffe zu verringern, und wies gleichzeitig darauf hin, dass die Investitionen regional weiterhin ungleich verteilt seien. Afrika verfüge über 60 % der weltweit besten Solarenergieressourcen, habe aber 2024 nur 2 % der globalen Investitionen in saubere Energie erhalten, was die Diskrepanz zwischen Ressourcenpotenzial und Finanzierungsströmen verdeutliche.
Der Beitrag „UNCTAD erwartet ein verlangsamtes globales Wachstum von 2,6 % im Jahr 2026“ erschien zuerst im British Messenger .
