EuroWire , NEW YORK : UN -Generalsekretär António Guterres verwies auf das neu abgeschlossene Handelsabkommen der Europäischen Union mit Indien und unterstrich die Notwendigkeit, eine multipolare Weltordnung zu unterstützen, die auf multilateraler Zusammenarbeit beruht. Dies geht aus einer Rede hervor, die er auf seiner jährlichen Pressekonferenz zur Darlegung der Prioritäten für 2026 abgab.

Guterres erklärte, die drängendsten Herausforderungen der Welt ließen sich nicht durch die Dominanz einer einzelnen Macht oder rivalisierender Blöcke bewältigen. „Globale Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass eine einzelne Macht den Ton angibt. Auch werden sie nicht dadurch gelöst, dass zwei Mächte die Welt in rivalisierende Einflusssphären aufteilen“, sagte er und fügte hinzu, dass eine breitere Zusammenarbeit zwischen mehreren Einflusszentren für die globale Stabilität unerlässlich sei.
Er bezeichnete das Abkommen zwischen Indien und der EU als Beispiel für Länder, die vernetzte Wirtschaftsbeziehungen aufbauen und so die Zusammenarbeit über Regionen hinweg ausweiten. Guterres erklärte, er habe „große positive Erwartungen“ an das Abkommen und stellte es neben andere jüngste europäische Handelsinitiativen als Beispiele dafür, wie vielfältige Partnerschaften die internationale Zusammenarbeit stärken können.
Multilaterale Institutionen und vernetzte Partnerschaften
Der Generalsekretär erklärte, multilaterale Institutionen müssten sich an die aktuellen globalen Realitäten anpassen, und betonte, dass eine multipolare Welt starke und inklusive Rahmenbedingungen zur Bewältigung der wirtschaftlichen und politischen Interdependenz benötige. Er stellte einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konzept der Multipolarität und den Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen her und hob dabei Frieden, gemeinsame Entwicklung und Zusammenarbeit zwischen den Staaten hervor.
Das Handelsabkommen zwischen Indien und der EU wurde am 27. Januar 2026 verkündet, nachdem die Verhandlungen 2007 begonnen, 2013 unterbrochen und 2022 formell wieder aufgenommen worden waren. Offizielle Vertreter beider Seiten bezeichneten das Abkommen als eines der umfangreichsten Handelsabkommen, die jemals zwischen den beiden Partnern geschlossen wurden; es umfasst eine Gesamtbevölkerung von fast zwei Milliarden Menschen.
Europäische Beamte erklärten, das Abkommen sehe erhebliche Zollsenkungen für eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen vor, darunter Industrieprodukte, Pharmazeutika, Maschinen und Automobile. Der Pakt soll zudem die regulatorische Zusammenarbeit verbessern und Unternehmen, die auf beiden Märkten tätig sind, einen besseren Marktzugang ermöglichen.
Handelsabkommen im Kontext umfassenderer UN-Reformbestrebungen erwähnt
In Indien wurde das Abkommen von Regierungsvertretern als wichtiger Schritt zur Erweiterung des Zugangs zu europäischen Märkten dargestellt, stieß aber gleichzeitig auf Kritik von einigen inländischen Gruppen, die sich über den Wettbewerbsdruck in sensiblen Sektoren Sorgen machten. Diese Bedenken betrafen vor allem die Bereiche Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe und Arbeitnehmerschutz.
Guterres erwähnte das Handelsabkommen als Teil eines umfassenderen Arguments für eine Stärkung der globalen Zusammenarbeit in Zeiten geopolitischer Zersplitterung. Er sagte, internationale Partnerschaften in den Bereichen Handel, Technologie und Entwicklung könnten dazu beitragen, das Gleichgewicht zwischen den Nationen zu fördern und gleichzeitig die regelbasierte internationale Ordnung zu stärken.
Er sprach sich nicht für konkrete, an das Abkommen geknüpfte politische Maßnahmen aus, bekräftigte aber, dass Multipolarität inklusiv sein und auf gemeinsamen Normen beruhen müsse. Guterres erklärte, der Ausbau von Kooperationsnetzwerken – und nicht die Konzentration von Macht – bleibe zentral für die Vision der Vereinten Nationen, globale Herausforderungen durch kollektives Handeln zu bewältigen.
Der Beitrag „UN-Chef mahnt zur Multipolarität und verweist auf das EU-Handelsabkommen mit Indien“ erschien zuerst in der London Dawn .
